Donnerstag, 4. Oktober 2012

50 / 10


50 Jahre Rolling Stones - 10 Jahre Miners, wir fühlen uns ob dieser gemeinsamen Präsentation sähr geährt ;-)


Unser Dank geht an die Akademische Buchhandlung zu Freiberg.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Ready

   
Es hat schon ein paar Stunden Arbeit gekostet, klar, aber es soll schließlich auch ein schöner Abend werden. Nun ist alles bereit und wir sind voller Vorfreude auf den kommenden Samstag. 10 Jahre Miners!


Samstag, 21. Juli 2012

Songs against drilling

  
Natalie Merchant braucht viel Zeit für ihre Plattenveröffentlichungen Doch das Ergebnis kann man auch lange Zeit anhören ohne Verschleißerscheinungen. Leave your sleep ist immer noch die meistgehörte Platte in usnerem Haushalt Kürzlich gab es ein Lebenszeichen von ihr. Der Anlass war kein schöner; es ging um Fracking, bzw. dagegen. Ein Thema, welches hierzulande erst langsam ins Bewusstsein der Leute tritt. Grund genug für einen Link.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Hochamt in der Abendsonne - Bob Dylan in Dresden, 03. Juli 2012, Junge Garde

 
Ob er nun gelacht hat (wie Journalisten in Berlin ausgemacht haben wollen) oder nicht, vermag ich nicht zu sagen. Selbst in diesem Punkt bleibt er schwer zu durchschauen. Ich denke, ein Zucken, ein Manierismus, mehr nicht, Ausdruck der Konzentriertheit zwischen den vielen Verszeilen und Akkorden. Aber das Auditorium lechzt nach jeder Besonderheit, die das selbst erlebte Konzert zu einem besonderen machen, in dieser endlosen Reihe der niemals endenden Tournee durch Raum und Zeit. Ein Novum gab es in Dresden indes schon: Der aktuelle Opener Leopard Skin Pill Box Hat ging, irgendwie, kaum dass man es merkte, über in Watching the river flow. Ob nun gewollt oder aus Versehen, darüber lässt sich trefflich spekulieren. Dass dies geplant war, glaube ich eher nicht. Dazu war mir die Backingband zu sehr in Habacht-Stellung, verfolgte wachsam jede Regung ihres Leaders, um auf Änderungen prompt reagieren zu können. Is it rolling Bob? Nur diesmal geht die Frage an den Interpreten selbst.

Ja, es rollt wie geschmiert. Gerade haben wir nach einer halben Stunde Wartezeit den Kontrollpunkt zum DDR-Amphitheater „Junge Garde“ passiert, da wird auf der Bühne auch schon eingezählt. Mit dem oben erwähnten Eröffnungsstück präsentiert sich der Meister halbrechts am Keyboard stehend und in guter stimmlicher Verfassung. Neu am diesjährigen Bühnenbild ist ein Flügel, der hauptsächlich in der zweiten Hälfte zum Einsatz kam. Schon mit dem zweiten Stück Under the red sky gibt es weniger häufig Gehörtes. Der Dresdener Himmel konnte nicht gemeint sein, es war erst 8 Uhr abends. Warum dieser Song und kein anderer? Das wären Fragen, die mich wirklich interessiert hätten. Es hat den Anschein, dass auch die Mitmusiker just in time erfahren, was als nächstes auf der Agenda steht. Nach jedem Titel verlässt Dylan seinen Platz, zupft sich zuweilen am Nackenhaar, wandert in den Backround, um den Seinen kurze Anweisungen zu erteilen. Interessant, die einzelnen Rollen zu beobachten: Tony Garnier, seit den frühen Neunzigern also seit rund 20 Jahren Dylans Bassplayer, immer im Hintergrund, aber routiniert und abgeklärt. Donnie Herron und Charlie Sexton hingegen ganz die Schüler, beim Spielen immer die Augen auf die Hände des Lehrers gerichtet. Und Senor Recile? Der blinzelt verschlagen hinter seiner Schießbude hervor wie ein mexikanischer Pferdedieb. Und lacht wissend, als Dylan bei Blind Willy Mc Tell die leicht abgewandelte Zeile „…and whiskey is hell…“ in seine Richtung bellt. Die Worte scharf wie eine Klinge, blitzschnell aus dem Stiefelschaft gezogen. Dylans Solos auf der Harp sind übrigens ebenso präzise. Das war mir früher gar nicht so aufgefallen. Vielleicht war aber auch nur der Sound besonders gut gestern. Bevor das Konzert mit drei Standards seinem Höhepunkt zustrebt, freuen wir uns noch über solche Preziosen wie John Brown und Visions of Johanna (hat man ihm vielleicht gesteckt, dass 4 Wochen früher am selben Ort Joan Baez seinen Gesang nachgeahmt hatte?). Meine Top-Favoriten waren gestern folgende: Things Have Changed, Blind Willie Mc Tell und Ballad Of A Thin Man. Letzteres mit einem schönen Delay auf der Stimme, welches die Botschaft zerschossen und zerfetzt ins Nirvana schickte; "Am I here all alone?" Natürlich nicht. Mehrere Tausend Jünger hingen an Dylans Lippen und freuten sich sehr, als er Ihnen gab, wonach sie vor einem Dreivierteljahr in Leipzig vergeblich verlangten: eine Zugabe. Blowing in the wind, seit 1961 über 1.000 x live vorgetragen, diesmal als country waltz, versöhnlich und endgültig. Kein Dank, kein Gruß, nicht nötig, denn wir kennen uns. Und wünschen uns und ihm noch viele solcher Auftritte.



Montag, 25. Juni 2012

Keepin' up with the Miners

   
Zugegebenermaßen haben wir die Bandzügel etwas hängen lassen in letzter Zeit. Die Feier zum zehnjährigen Jubiläum verlangt einiges an Vorbereitung und andere Gründe mögen auch vorgelegen haben. Doch es gab Leute, die mehr Initiative zeigten und so kamen die MINERS kurzfristig zu vier Shows in acht Tagen. Das klingt nicht schlecht, oder? War es auch nicht:

Die BRN bzw. "Bunte Republik Neustadt" ist ein mehrtägiges Straßenfest größeren Ausmaßes in Dresdens Szeneviertel. Würde eigentlich vom Umfeld gut zu uns passen, doch der einfache Erzgebirger besucht die Landeshauptstadt nur wenn er muss. Rönee hatte angefragt, ob wir Bock hätten, vor einem Plattenladen zu spielen. Wenn wir Platte sagen, meinen wir Vinyl und dieses Medium müssen wir wo immer es geht unterstützen. Also haben wir zugesagt und die Verstärker vor Willys Drop Out Record Store in der Alaunstraße in Stellung gebracht; Wer die Neustadt kennt, weiß, das ist quasi im Auge des Hurricanes. Naja, aber nicht schon Freitagabend 19.00 Uhr. Es waren trotzdem schon ein paar Leutchens unterwegs und der eine oder die andere blieben kurz stehen, um für'n Moment zuzuhören...


Tags darauf überraschten wir Freund Hefe mit einem Geburtstagsständchen zu seinem 50. (= Mitte der Zielgruppe ;-)) Beinharter AWO-Biker und eigentlich immer da, wenn wir irgendwo in der Gegend spielen. Wir frischten seine Familienfeier mit einem kleinen Akustik-Set auf, um nicht die Omis zu erschrecken. Ich denke, er hat sich sehr drüber gefreut. Auch, dass die Band bis zum Ende des Abends blieb. Ja, das können wir gut...

Fünf Tage später hatten wir eine Einladung zu einem Hoffest hier um die Ecke. Das Anwesen gehört einem Schlagzeuger, den wir über drei Ecken kennen. Seine Truppe spielt mehr so querbeet, was man gerne auf Feiern und im Bierzelt hört, aber da sie das wirklich ganz gut können, haben wir kein Problem damit. Sie laden sich einmal im Sommer paar andere Musiker ein, damit's nicht so einseitig wird und ich glaube die MINERS haben die Funktion der bad guys. Letztes Jahr waren wir auch schon dort und eigentlich war es damals ganz lustig. Dieses Jahr nun ausgerechnet am Abend des Spiels gegen Griechenland! Aber man hielt am Termin fest und so habe ich mir die schönen Tore erst spät in der Nacht anschauen können. Reus in der Startelf, na endlich! Unser Auftritt hingegen war eher durchwachsen. Ich spiele nicht gerne über fremde Verstärker... 

Aber dann der Samstag! Güsen! Mein liebstes Publikum! Das Wetter auch toll! Große Vorfreude! Eigentlich ist das Ganze nur eine Art Klassentreffen. Doch in den letzten zehn Jahren haben wir auswärts an keinem Ort so häufig gespielt wie dort. Gleichzeitig ist es unser am weitesten entfernter Auftrittsort. Egal ob Sonnenschein oder Scheißwetter, das Publikum in Güsen ist immer gut drauf. Weil man zusammenkommt, um selbst Party machen und keiner darauf wartet, entertaint zu werden. Außer der Band gibt es noch weitere Hauptdarsteller im Publikum und die Interaktion ist immer grandios und sorgt für viel Spass auf beiden Seiten. Wenn der Satz vom gegenseitigen Geben und Nehmen irgendwo zutrifft, dann hier. Leider waren wir wieder reichlich spät gestartet und so war es Mitternacht, als wir endlich loslegen konnten. Dafür zogen wir dann unsere 90 min durch, ohne Pause. Hinterher noch ein bissel Quatschen am Lagerfeuer und dann ging es auch schon wieder zurück. Schlag 7 wieder zu Hause. Eigentlich verrückt, oder? Im nächsten Jahr müssen wir das unbedingt besser machen und einen halben Tag eher losfahren, aber echt mann...