Donnerstag, 4. August 2011

Vor der Bühne

  
Robert Plant & Band of Joy - Berlin/Zitadelle 03.08.2011

Ramble On, Robert!
Aus einer fernen Zeit, da Rocksänger zu sein noch körperlichen Einsatz bedeutete, sind wenige übrig geblieben. Und noch weniger schaffen es heutzutage, glaubwürdig rüberzukommen, nicht nur als lächerliches Abziehbild verblassender Erinnerung. Einer von diesen ist Robert Plant, der gestern Abend in Berlin sein Nachholkonzert  vom Herbst letzten Jahres gab, einziger Deutschlandtermin der laufenden kleinen Europa-Tournee.

Das Wetter war traumhaft und der Platz in der Zitadelle Spandau mit rd. 6.000 Zuschauern ordentlich gefüllt. Das Schöne an Konzerten von in die Jahre gekommenen Künstlern ist ja, dass das Publikum nicht drängelt, sondern locker steht und geniest. Der Genuss begann gestern bereits mit dem Vorprogramm, dem „North Mississippi Allstars Duo“, zwei Jungspunden von ebenda, die ihre Sache wirklich gut machten. Der rote Faden hieß Blues, natürlich, doch im Gegensatz zu anderen Gitarre/Schlagzeug-Bands spielte man mit vielen Facetten, um die Angelegenheit über die Zeit spannend zu halten. Obskure saitenbespannte Instrumente wurden zum Klingen gebracht, der Beat auf dem Waschbrett durch den Verzerrer gejagt oder auch mal eine folkige Picking-Nummer auf zwei Gitarren vorgetragen. Alles auf musikalisch hohem Niveau und so wurde uns die Zeit gar nicht lang bis kurz nach Acht Herr Plant  mit seiner Band of Joy die Bühne betrat. Erfreulicherweise wurden für die Live-Präsentation dieselben Leute verpflichtet, die das Album im letzten Jahr eingespielt hatten und wir konnten uns im Folgenden an Buddy Millers virtuosem Gitarrenspiel erfreuen. Los ging’s mit „Black Dog“, das man am Text zwar erkennen konnte sonst aber an des Sängers Spätwerk angepasst worden war. Die hohen Phrasierungen übernahm dabei Frau Griffin. Wer Led Zep Songs erwartete, der wurde in den folgenden beiden Stunden gut bedient. Wer allerdings gehofft hatte, sie möglichst originalgetreu zu hören, wurde natürlich herb enttäuscht. Die Mischung empfand ich insgesamt als sehr ausgewogen; Songs von „Band of Joy“ und der Vorgängerplatte „Raising Sand“, gespickt mit ein paar Songs „from the twentieth century“. Den drei Solisten in der Band, Buddy Miller, Patty Griffin („Grammy Winner this year!“) und Darryl Scott wurde Raum gegeben für jeweils einen eigenen Titel, Plant sang die Background-Stimme oder trank Tee derweil. Alles gipfelte schließlich in einer ausufernden Version von „Ramble On“. Gegen Ende der Show ließ Robert Plant dann auch mal ein paar der Schreie hören, für die wir ihn so geliebt haben, als wir jung waren. Ich kann es noch, sollte das vielleicht heißen, aber es ist nicht mehr meine Musik. Die Zugaben bestanden dann doch noch aus zwei Songs von „III“: „Bron-Y-Aur-Stomp“ und „Gallows Pole“. Für mich war das insgesamt ein rundum stimmiger Abend, gar nicht mal nostalgisch, einfach nur schön.
   

Mittwoch, 27. Juli 2011

Remembering the Mad Hatter

        
   
Heute vor genau 10 Jahren verstarb Leon Wilkeson,
Bassist von Lynyrd Skynyrd.
  

Dienstag, 26. Juli 2011

Dienstag, 19. Juli 2011

Vor der Bühne II


... vor der show ...
Elterlein 2011

Freitag, 15. Juli 2011

Vor der Bühne

    
Die Tochter hat ihr Abitur in der Tasche und verbringt einen letzten Sommer bei uns, bevor es ans Studieren geht; wahrscheinlich tief im Südwesten. Doch bevor mich die Melancholie übermannt, freue ich mich darauf, vielleicht noch ein paar Sommerkonzerte mit ihr besuchen zu können. Gestern abend haben wir mal damit angefangen...

Eleventh Dream Day (US) - Dresden/Beatpol 14.07.2011

Von denen hatte ich vor vielen Jahren mal eine inzwischen verschollene CD geschenkt bekommen (ich glaube, es war das Major-Debüt, von '88) und es war für mich die Truppe, die dem Neil Young am intensivsten aufs Griffbrett geschaut hat. Was ich nicht schlecht fand. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Riot Now! heißt das aktuelle Werk, es gibt wunderschöne Single-Tone-Gitarren-Soli und auch den Distortion Overkill. Alles sehr bescheiden präsentiert, Konzentration auf die Instrumente, mal verhalten, mal den Berserker. Leider  hatte ich die Ohrstöpsel vergessen, weshalb ich in der Umbaupause erst mal nicht mehr viel hörte...



Iron & Wine (US) - Dresden/Beatpol 14.07.2011

Doch die Ohren erholten sich wieder bei den beinahe himmlischen Tönen, die Sam Beam und seine acht MitmusikerInnen für die nächsten neunzig Minuten erklingen ließen. Sehr sehr schön! Das muss ich mir demnächst unbedingt einmal auf Platte anhören. Hätte gerne gestern schon eine mitgenommen, doch 20 EUR sind mir zu fett gewesen - bei aller Liebe ...



Nach Mitternacht brausten wir dann zurück ins Gebirge. Der Vollmond lugte hinter den Wolken hervor und zauberte wunderschöne Bilder an den Nachthimmel. Der heutige Arbeitstag war ein Kinderspiel...