Montag, 14. März 2011

Unterwegs sein

  
Vor einem MINERS Konzert bin ich immer ziemlich aufgekratzt. Keine Nervosität, kein Lampenfieber sondern pure Vorfreude auf den Abend und das ganze Drumherum. Das beginnt schon mit der Fahrt zu Veranstaltungsort. Ich freue mich wie ein kleiner Junge, wenn der Bandbus bei mir zu Hause endlich um die Ecke biegt, ich einsteigen und die Jungs begrüßen kann und wir mit dem ersten Bier anstoßen, alle wissend, dass ein paar schöne Stunden vor uns liegen. Unterwegs meinte unser Schlagzeuger, spielen müsse man am Ende gar nicht mehr, die Reise an sich sei schon kaum noch zu toppen. Das stimmt natürlich nicht, Spielen ist der Höhepunkt, aber das Vorspiel ist in diesem Fall auch sehr, sehr schön. Nachrichten kriege ich an solchen Tagen keine mit und so ist mir auch völlig entgangen, was sich da auf der anderen Seite der Erdkugel ereignet hatte und welche Katastrophen sich weiter anbahnen würden. Das erfuhr ich dann erst am Samstagvormittag…

Freitagabend waren wir zu einer Record Release Party nach Leipzig eingeladen worden. Mit TREFFER, der veranstaltenden Band, hatten wir im letzten Jahr schon zusammen gespielt. Da war die Chemie ganz gut, was die Vorfreude natürlich entsprechend steigerte. Das Flower Power ist eine Raucherkneipe mit Auftrittsmöglichkeit für Einzelunterhalter oder kleine Kapellen wie uns. Infolge freien Eintritts gibt’s dort keine Gage, aber dafür Freigetränke für die Künstler bis zum Abwinken (was im Falle MINERS auch ins Geld gehen kann). Da die Jungs von Treffer sich um alles gekümmert hatten gab’s für uns nach der Ankunft erst mal nichts zu tun. So zogen wir nach ein paar weiteren Bieren um die Ecke, in einem türkischen Restaurant ein sehr reichhaltiges Bauernfrühstück zu uns zu nehmen. Irgendwann kam Koma, der Treffertrommler vorbei und meinte, es wäre schön, wenn wir dann mal rüberkämen und unseren Auftritt spielten.

MINERS @ Flowerpower/Leipzig
Die Kneipe war inzwischen rappelvoll, das hätte ich echt nicht erwartet. Und das Publikum war gut gemischt und zum Glück nicht jenseits der Fünfzig, wie der Name vermuten hätte vermuten lassen. Also schnell hinters Schlagzeug gezwängt und die Gitarren umgeschnallt. Also Vorband hatten wir nur 45 min und in solchen Fällen spielen wir gerne die etwas flotteren Nummern, um uns selber und die Menge vor der Bühne in Fahrt zu bringen. Das klappte auch gut, gemessen an der Reaktion der Leute. Außerordentlich gefreut habe ich mich, als ich im Publikum ein Pärchen ausmachte, dass letztes Jahr auf der traditionellen Güsen-Party gewesen und nun extra wegen der MINERS ins Flower Power gekommen war. Wow! Als Dankeschön habe ich mich von meinem letzten MINERS-Button getrennt. Als der letzte Ton unserer Zugabe verklungen, schneite auch noch Jensor von der PNG herein und bedauerte, uns verpasst zu haben. Das hat mich doch sehr gerührt…

Es war sicher nicht unser bester Auftritt in diesem Jahr (doch wann sage ich das denn schon mal). Aber Spaß gemacht hat es und darauf kommt es an, nur darauf. TREFFER spielten hernach ein sehr gutes Set und verkauften ihre frisch gepressten Maxi-CD’s wie geschnitten Brot. Und wir tranken ganz entspannt noch ein paar Biere, bevor der Bassist uns wieder in seinen Bus lud und sicher durch die Nacht zurück ins Erzgebirge brachte. Bis zum nächsten Mal…

Dienstag, 1. März 2011

Genau!

   
Im Blätterrauschen rund um den bayerischen Windbeutel tut sich ein Blatt besonders demagogisch hervor, so dass mir das kalte Kotzen kommt, wenn ich im Vorbeifahren mal eine Schlagzeile aufschnappe.

Da kommt mir ein Briefwechsel, den WIR SIND HELDEN mit einer Werbeagentur führten gerade recht. Ich erlaube mir mal, den letzen Absatz zu zitieren; den ganzen Brief kann man hier nachlesen:


"Die BILD -​Zei­tung ist kein au­gen­zwin­kernd zu be­trach­ten­des Trash -​Kul­tur­gut und kein harm­lo­ses “Guil­ty Plea­su­re” für wohl­fri­sier­te Auf­stre­ber, keine wit­zi­ge so­zia­le Re­fe­renz und kein Li­fes­tyle -​Zi­tat. Und schon gar nicht ist die Bild -​Zei­tung das, als was ihr sie ver­kau­fen wollt: Hass­ge­lieb­tes, aber wei­test­ge­hend harm­lo­ses In­ven­tar eines ei­gent­lich viel schlaue­ren Deutsch­lands.

Die Bild­zei­tung ist ein ge­fähr­li­ches po­li­ti­sches In­stru­ment – nicht nur ein stark ver­grö­ßern­des Fern­rohr in den Ab­grund, son­dern ein bös­ar­ti­ges Wesen, das Deutsch­land nicht be­schreibt, son­dern macht. Mit einer Agen­da."

Das sehe ich ganz genau so!

Montag, 14. Februar 2011

Daumen halten

   
... für den Sohn, für den sich heute entscheidet, ob es mit dem Praktikum bei "gugl" klappt.

Sonntag, 13. Februar 2011

Musik um den Monat Februar zu überstehen

  
Draußen vor dem Fenster gibt es gerade einen wilden Flockenwirbel – genau das richtige Wetter um sich durch musikalische Neuerwerbungen zu hören.


Natalie Merchants Album „Leave Your Sleep“ wurde schon im letzten Jahr veröffentlicht. Mit Folklore habe ich mich in den letzten 25 Jahren ehe nicht beschäftigt. Wahrscheinlich deswegen habe ich weder die Musik von den 10.000 Maniacs, deren Sängerin sie mal war, noch die seit den Neunzigern sporadisch erscheinenden Soloalben der Künstlerin wahrgenommen. „Leave Your Sleep“ ist also mein Einstieg und nach dem ersten Durchlauf bin ich fasziniert. Eine größere stilistische Vielfalt kann man sich kaum vorstellen. Wunderzarte Streicher umweben eine reife Stimme, ferne klare Tin whistles machen das Herz weit und tragen dich auf grüne Hügel um dich im nächsten Song schon in ausgelassenen Cajun Tunes hüpfen zu lassen. Irish Folk, Country, Klezmer, Reggae und noch vieles andere mehr sind die Zutaten zu den 26 Songs des Albums, über 100 Musiker haben mitgewirkt, und doch ist es ein harmonisches Ganzes und wunderbar warm produziert.

Fünf Jahre lang habe Sie über 50 Songs geschrieben zu Gedichten und Kinderreimen bekannter und unbekannter Dichter, um diese für sich selbst und andere zu erschließen und vor dem Vergessen zu bewahren. Und hat versucht Ihrer Tochter damit die Liebe zur Muttersprache zu vermitteln.

Es gibt das Album in zwei Ausführungen. Abgesehen von der prachtvollen Ausgestaltung der Doppel-CD; ich wüsste nicht, auf welche der dort versammelten Lieder ich verzichten möchte.



Mein Päckchen enthielt noch folgende CD's, alle sind ebenfalls eine Entdeckung wert:

  • Charlie Haden & Pat Metheny „Beyond The Missouri Sky“ (1997)
  • Eva Cassidy „Songbird“ (1998)
  • Julia Hülsmann Trio „Imprint“ (2011)

Freitag, 11. Februar 2011

You're at home baby!

    
... ist das Motto des diesjährigen Orange Blossom Special Festivals in Beverungen und das ist genau das, was ich machen werde: zu Hause bleiben. Nicht dass die Musikauswahl schlecht wäre, nein, doch irgendwie ist die Luft raus. Zu viele der auftretenden Bands waren dort schon zu oft auf der Bühne und die unbekannteren, dazwischen plazierten hat man nach dem Pfingstwochenende meist schon wieder vergessen. Das war jedenfalls meine Erfahrung der letzten drei Jahre. Da gab es allerdings wenigstens noch die einen oder anderen KünstlerInnen wie z.B. Mary Epworth oder Gemma Ray, wegen denen sich die weite Anreise lohnte. Aber die sind dieses Jahr leider nicht in Sicht. 13 Acts stehen fest und dass da noch "plus many more" dazukommen, glaube ich nicht. Stattdessen lese ich heute, dass sich hinter dem Name "L/O/N/G" Chris Eckman verbirgt. Stimmt, den hatte ich schon vermisst in der Liste...

Alles hat halt seine Zeit...