Mittwoch, 17. November 2010

Sanft

     
Letzten Samstag war kurz vorm Marathon noch ein kleines Konzert mit den MINERS zu spielen. Unser Techniker und seine Frau waren zusammen achtundachtzig Jahre alt geworden und da wollten wir natürlich gerne ein Ständchen bringen. Weil die beiden unsere krachige Seite schon zur Genüge kennen, hatten wir uns gedacht, die Gäste mit einer rein akkustischen Einlage zu überraschen. Und Songs zu spielen, die normalerweise nicht zu unserem Repertoire gehören. Man musste freilich Obacht geben: Wie ich zur Einleitung von "Orange Blossom Special" kurz "30-Tonner-Diesel" von G. Gabriel ansang, gab's welche, die wollten das ganze Lied hören. Aber es hat Spass gemacht und kam insgesamt ganz gut an.  


Foto by Black Calla
  

Montag, 15. November 2010

Aller guten Dinge...

    
Geliebäugelt hatte ich insgeheim schon damit, noch ein kleines 42 km Läufchen im Herbst zu absolvieren; übers Knie brechen wollte ich es jedoch nicht. Aber da die Erkältung sich mit Hausmittelchen in den letzten 10 Tagen noch in Schach halten ließ und der Wetterbericht für den Sonntag Großartiges versprach, musste ich gestern früh unbedingt los. 100 km weit entfernt wurde 11.00 Uhr der Startschuss abgefeuert für den 11. Werdauer Herbstmarathon. Eine kleine Veranstaltung mit insgesamt vielleicht 300 Teilnehmern. Doch nachdem wir beides kennengelernt haben, ist uns diese Art des Sporttreibens lieber als die Massenläufe mit internationaler Beteiligung.

Der strahlende Sonnenschein und die spätsommerlichen Temperaturen verliehen mir geradezu Flügel. Bis zum km 35 hatte ich Zwischenzeiten, die sehr viel schneller waren, als noch vor 6 Wochen in Berlin.  Und das trotz einiger Anstiege. Doch Wunder gibt's halt leider nur im Märchen. Das km-40-Schildchen war schon in Sichtweite, als mich ein Wadenkrampf in die Knie zwang. Da half nur hinsetzen und massieren. Gewundert habe ich mich, dass ich die letzten 2,5 km überhaupt noch laufen konnte. Irgenwie habe ich mich ins Ziel gequält. 04:12:58. Nun ist es erstmal genug. Für dieses Jahr.

Sonntag, 7. November 2010

Halloween

     
Der letzte Miners-Auftritt diesen Jahres fand vergangenes Wochenende in der Garage Chemnitz statt. Ein schön morbides Ambiente für eine Party von Untoten. Die trafen spät doch dafür reichlich ein und ab halb 12 hatten wir 90 min viel Spass miteinander. Auch wenn ich mir an zerbrochenen Bierflaschen die Hand aufschnitt und mein Mikroständer beim An-die-Wand-werfen zu Bruch ging. Schöner Abend! Bilder gibt’s später, die müssen erst noch durch die Zensur…

Freitag, 22. Oktober 2010

Der andere Elvis

 
Müsste ich mich in meinem Plattenschrank auf einen einzelnen Künstler beschränken und der dürfte außerdem nicht Bob heißen, dann wäre Elvis sicher keine schlechte Wahl, Elvis Costello. Er gehört zu jenen Künstlern, die nicht eher Ruhe finden, bevor sie sich in jeder Spielart des Rock'n'Roll mal versucht haben, also vielseitig sind und trotzdem unverwechselbar. Und gescheit außerdem dazu.

Eine neue Platte kommt in diesen Tagen auf den Markt, produziert von T Bone Burnett,  und was man hier hören kann, klingt ziemlich cool...


National Ransom EPK | Elvis Costello from Concord Music Group on Vimeo.

Dienstag, 19. Oktober 2010

Ladies and Gentlemen - The Masons!

  
Es wird mal wieder langsam Zeit, an dieser Stelle hier eine Lanze für eine Band zu brechen. Eigentlich bin ich nur ganz selten mal direkt auf Suche nach Musik, die mir gefallen könnte. Meist findet sie mich unverhofft und manchmal bin ich so überwältigt, dass die Liebe länger anhält. Ein Leben lang vielleicht, aber doch mindestens über viele Jahre. So auch hier:

Vor ca. 10 Jahren blieb ich in der VISIONS an einem Artikel kleben, da war von einer Garagen-Bluesrock-Kapelle die Rede, deren Sänger trug ein LYNYRD-SKYNYRD-T-Shirt und dessen Stimme sollte sich anhören wie die Reinkarnation von Elvis. Das waren drei Koordinaten, die auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammen passten nach dem Reinheitsgebot des Rock'n'Rolls. Kein Garagenrocker würde derartige musikalische Vorbilder sein eigen nennen. Höchstens als Joke. Für mich waren das aber immer schon drei Seiten derselben Medaille. Myspace gab's damals noch nicht und so bestellte ich mir hier das Debütalbum:
     
Mein erster visueller Eindruck: Hier macht jemand Platten, der Vinyl liebt (kam in orange Vinyl und mit gelber 7" EP als Zugabe). Mein erster Höreindruck: Richtig großartige Songs aber leider in einer Scheiß Qualität. Letzteres musste ich schon nach wenigen Durchläufen revidieren. Diese Musik braucht einen dreckigen Sound geradezu, cleaner wäre nicht besser, im Gegenteil. Ich brauchte mehr, also noch das fast zeitgleich erschienene Nachfolgealbum, mit schlichtem Cover, schlichtem Namen aber genauso phantastischen Songs wie auf dem Debüt:   

Die Besetzung war auch noch noch dieselbe: Tom Frank (Songschreiber, Sänger, Gitarrist und Bandleader) mit Jimmy James, Divo Garcia und Suzy Homewrecker als treibende Kraft hinter dem Drumkit. 
 
Danach gab's in größeren Anständen noch zwei weitere Alben, mit wechselnden Mitspielern, wie die Vorgänger auch auf Middle Class Pig Records erschienen. Mit diesem Kleinstlabel scheint sich ein enthusiastischer Enddreißiger aus der Tübinger Punkrockszene seine Träume selbst zu erfüllen und ich bin ihm sehr dankbar dafür. Die Qualität der Songs auf "Wichita" und "Youngblood" fällt gegenüber der ersten beiden Scheiben etwas ab; die letzte Platte ist gar eine Art Resteverwertung aus den Jahren `96/`97, trotzdem sind beide LP's ihr Geld allemal wert. Wenn man sie denn noch bekommt.


Informationen über die Band gab's indes herzlich wenig. Bis ich 2005 zufällig rechtzeitig die Ankündigung einer Europa-Tournee entdeckte. Und da habe ich mir zum zweiten Mal in meinem Leben an zwei aufeinanderfolgenden Abenden ein und dieselbe Band angeschaut. Weil mich das erste Konzert in Dresden einfach umgeblasen hat. Ich werde NIE vergessen, wie Tom Frank auf die Bühne der Groovestation schlurfte, in jeder Hand zwei Flaschen Bier. Die stellte er in einer Reihe neben den Mikroständer, schnallte sich in aller Ruhe seine Flying V um, schaltete den Amp ein und leerte zum Feedback die erste Pulle auf Ex. Danach warf er die Flasche in die Mitte der noch leeren Tanzfläche, sie zerschellte und es ging los. Wahnsinn. Den nächsten Tag bin ich der Band hinterher gefahren...

Seitdem gab's leider weder neue Platten noch eine Tour. Zumindest hab' ich das nicht mitbekommen. Weil es bis vor zwei Jahren nicht mal eine website der Band gab. Vielleicht gab's die Band zwischenzeitlich auch nicht mehr, keine Ahnung. Aber: jetzt kommen sie wieder! Leider nicht bis in unser Hinterland, doch wer in Südwestdeutschland wohnt und auf heftigen Rock'n'Roll steht, sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen. Es gibt wenig Bands, wo es mit so viel Feuer zur Sache geht. Man muss es freilich mögen. Hier sind die dates:

27.10.2010 Tübingen, Tangente Night
31.10.2010 Frankfurt, Nachtleben

Und hier gehts zur myspace-Seite der MASONS