Montag, 19. April 2010

My Will Is Good

... sagte ich mir heute morgen zwar in Anbetracht der vor mir liegenden Laufkilometer, war mir aber gar nicht so sicher, ob ich denn am Abend noch die Lust haben würde, für ein Konzert nach Dresden zu fahren. Doch nach einem kleinen Nachmittagsschlaf war ich wieder hinreichend fit und begann mich zu freuen auf Port O'Brien.

Das Samstagskonzert der Band in Leipzig war ausverkauft gewesen und auch am Sonntagabend strömten genügend Leute zum Beatpol in Dresden um das Venue ordentlich zu füllen. Erfreulich viel Jungvolk auch und gar nicht mal so die Folkietypen, sondern gut gemischt.
Den Auftakt gab Punkt 9 Laura Gibson aus Portland/OR im butterblumengelben Kleid. Sie trug eigene Songs zur Gitarre vor und wurde dabei von einigen Freunden an Schlagwerk, Tasten und Fagott (?) sehr stimmig unterstützt. Die gedehnten Vokale mochte ich nicht ganz so sehr, doch das Songwriting war bezaubernd.

Nach einer kleinen Umbaupause gingen dann Port O'Brien auf die Bühne und ohne Umschweife fing Van mit dem ersten Song an, die anderen stiegen ein. Wer die Mitstreiter im Moment sind, vermag ich nicht zu sagen. Für mich war das auch nicht soo wichtig, den Port O'Brien sind in erster Linie Van Pierszalowski und Cambria Goodwin, die beiden Songschreiber und Sänger. Da Cambria leider nicht mit tourt, sang Van alleine und bildete auch so den Mittelpunkt der Show. Nach drei Songs mit der Akustischen wurde das rotkarierte Baumwollhemd ausgezogen und die Telecaster umgehängt. Und was auf den beiden Platten "nur" rhythmisch ist, rockt live gewaltig. Van sprang dabei umher wie Kurt C. in seinen besten Zeiten und man muss sich wundern, dass nichts ernstes passiert. Alle Hits wurden gespielt und das eine oder andere Lied wurde gewidmet: "Sour Milk / Salt Water" an Cambria und "Pigeonhold" an eine Person namens Christof, womit wohl Ellinghaus, der Chef von City Slang gemeint gewesen sein mag. Dieser kantige Song endete in einer langen, ekstatischen Gitarrenorgie und ging nahtlos über zu "My Will Is Good", was einer geradezu reinigende Wirkung entfaltete. Das Schönste aber hatte uns Van für den Schluss aufgehoben. Die Band stimmte "I Woke Up Today" an und der Sänger hievte soviel Publikum auf die Bühne, wie gerade hinpasste. Das tanzte und klatschte ausgelassen und alle sangen den Refrain mit. So einen Knaller muss man erst mal haben. Nach rund 80 min war das Programm durch. Es gab Zugaben. Für einen akustischen Song bat Van Laura Gibson als Duett-Partnerin noch einmal auf die Bühne (aber Cambria konnte sie nicht ersetzen; sollte sie sicher auch nicht...).



Nach der Show stand Van dann noch eine ganze Weile am Merch-Stand und signierte. Da meine Frau krankheitsbedingt zu Hause bleiben musste, bat auch ich um eine Widmung. Er nahm sich die Zeit, den Vornamen buchstabiert zu bekommen und nun ziert seine Unterschrift und "Get Well Soon!" das Cover unseres "Threadbare"-Vinyls. Schön...

Sonntag, 18. April 2010

Noch 19 Tage

Noch einmal ein längeres Läufchen im Pulk. 28 km, sagt der Trainer, sind es im Ganzen und die liebe Gattin eines Läufers versorgte uns an Kilometer 11 und 19 mit allerlei fruchtigen Snacks und Getränken. Das Wetter war fantastisch und da ich mir den Wecker eine Stunde vor der Zeit gestellt hatte, sah ich sogar von Beginn an klare Bilder. Die Strecke führte uns in größerer Entfernung rings um unsere Stadt, auf und ab, durch Wald, Wiesen und Felder. Schönstes Stückchen waren ein paar Kilometer entlang der Mulde, unserem Flüsschen hier. Wir haben es sehr genossen, soweit man das sagen darf, denn anstrengend war es natürlich auch. Am Schluss habe ich den Gedanken verdrängt, dass die Strecke in knapp 3 Wochen nochmal 15 km länger ist als die heutige - irgendwie werde ich das schon schaffen...

Ohrstöpsel: keine

Sonnencreme vergessen und nun etwas viel Farbe auf der Stirn...

Donnerstag, 15. April 2010

Noch 22 Tage

Ein bescheidener Arbeitstag verursachte mir leichte Kopfschmerzen. Ich hatte gehofft, das Laufen hilft. Da meine 7 und 14 km Strecke mit einem Anstieg beginnt, wurde das Hämmern erstmal schlimmer. Nach dem Berg war's auszuhalten und als sich die anderen üblichen Zipperlein meldeten, rückte der Kopfschmerz etwas in den Hintergrund. 14 km. Das Wetter - ebenfalls bescheiden. Nebel bei 5 Grad plus.

Ohrstöpsel:

Soundtrack "The Boat That Rocked" (2009)

 

Sonntag, 11. April 2010

Noch 26 Tage

Normalerweise möchte ich beim Laufen alleine für mich sein, meinen Gedanken nachhängen und Musik hören (neuerdings). Meine "Beweg"gründe sind andere als ein paar gesellige Stunden und Runden. Doch seit meine Frau mich dazu gebracht hat, auch an Wettkämpfen teilzunehmen, bin ich notgedrungenermaßen ein Vereinsmeier geworden. Nein, das ist für mich nicht negativ belegt, es sind wirklich sehr nette Mitmenschen, mit denen wir im letzten Jahr zum Rennsteiglauf gefahren sind und ich habe meinen Horizont ziemlich erweitern können, aber ich brauche es eben nicht unbedingt, das Laufen in der Gruppe. Man trifft sich jeden Sonntagmorgen halb neun, was für mich eine enorme Herausforderung darstellt, aber heute war ich mal wieder dabei.

Nieselregen. 6 Grad plus. Und dem müden Körper trotzdem 22 km abgerungen. Die ersten drei habe ich noch gar nicht richtig gucken können, alles war irgendwie verschleiert. Das Schönste war das verspätete Frühstück oder "brunch" hinterher...

Ohrstöpsel:

keine, aus sozialen Gründen...

Mittwoch, 7. April 2010

Noch 30 Tage

Das Hoch aus dem Süden zog nach Osten ab und hier blieb es den ganzen Tag. Ein Grund mehr für einen kleinen Waldlauf nach der Arbeit. Etwas wärmer als gestern wars und etwas lockerer gings dann auch. 7 km mit dem lustigen Geschrammel von Black Francis im Ohr.

Mit Musik bin ich bis vor 10 Tagen eigentlich noch nie gelaufen. Weil das  akustische Naturerleben für mich mit dazugehörte zum visuellen. Aber auf längeren Distanzen und vor allem bei mehreren Runden kann es alleine schon auch ein bissel langweilig werden. Und nachdem ich mich daran gewöhnt habe, finde ich es toll, mal wieder intensivst Musik hören zu können. So habe ich gerade heute entdeckt, dass man auch ein ganzes Schlagzeug und den Bass auf eine einzige Spur mischen kann, man dann mit einem 4-Track-Recorder auskommt und das Ergebnis trotzdem oder gerade deswegen ziemlich rockt. Aber hier hat ja auch der Gitarrist produziert und nicht der Schlagzeuger.

Ohrstöpsel:

Frank Black "The Cult Of Ray" (1996)