Donnerstag, 10. April 2008

Auf meinem Plattenteller

Heute kam ein Päckchen von Mailorder meines Vertrauens:

Angekündigt als 3-fach-LP (das hätte geheißen bis zu 6 Titel pro Plattenseite!) und außerdem noch 10 Eus teurer als die Doppel-CD gleichen Inhalts habe ich im Vorfeld schwer mit mir gerungen, ob ich mir das Vinyl von "I'm not there" zulege. Standhaft geblieben und beim Auspacken gefreut: Die 34 Tracks sind auf insgesamt 4 x 12" verteilt und stecken außerdem in farbig schön gestalteten Innenhüllen. Schwein gehabt.

Das Debüt vor dem Debüt (Tonight at the Az) hatte ich im letzten Jahr schon auf dem Einkaufzettel. Ist nichts draus geworden. Gab's in EU nur als CD. Nun also "The Felice Brothers" selftitled. Als audiophile 2-LP-180g-Ausgabe! Wunderschöne Produktion! Mit Poster! Mit Download-Code für das komplette Album als digitalen Kram! Da kann man nicht vorbeigehen. Ich jedenfalls nicht!


Dieser Mann hat eine wunderschöne Stimme und ein Händchen für zuckersüße Melodien. Schade dass er und Marc Olson nicht noch mehr Jayhawksplatten gemeinsam geschrieben haben. Wie man liest, soll es aber diesbezüglich bald einen neuen Versuch geben. Bis dahin kauf ich den beiden alles ab, was sie solo veröffentlichen. Und bin bisher nicht enttäuscht worden. Bin auf "Vagabonds" sehr gespannt. Die LP wiegt mindestens 180 Gramm und ist in einem schönen Klappcover im Stile der guten alten Siebziger verpackt.


Nachdem ich kürzlich ein paar dieser japanischen CD's in kleinen, hübschen LP-Cover-Nachbildungen gekauft habe, und die Songs nicht nur als Best-Of-Remasters höre, fange ich so langsam an, die ganze Größe dieser Band zu begreifen und hoffe, dass im allgemeinen Hype die alten Vinyle noch einmal aufgelegt werden. Denn wenn es sich bei einer Band gelohnt hat, dann bei dieser hier. "IV". More to come I hope...

Montag, 10. März 2008

Der letzte Service

"Unser Tod ist der letzte Service, den wir der Welt leisten können: würden wir nicht aus dem Weg gehen, würden die uns folgenden Generationen die menschliche Kultur nicht wieder frisch erstellen müssen. Sie würde starr, unveränderlich werden, also sterben. Und mit dem Tod der Kultur würde alles Menschliche auch untergehen." Joseph Weizenbaum (08.01.1923 - 05.03.2008)

Samstag, 26. Januar 2008

When I'm fourty-four ...

Auf der Suche nach der passenden Musik für meine Geburtstagsfeier kam mir die Idee, mal zu gucken, was der eine oder andere meiner Favoriten im zarten Alter von vierundvierzig Jahren verbrochen hat und ob sich das eventuell zum Auflegen eignen täte.
Ich musste leider schnell feststellen, dass so viele gar nicht in Frage kommen. Die einen, weil sie im Moment noch jünger sind und die anderen, weil sie dieses Alter schon nicht mehr erlebt haben. Und beim Rest konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass in der Rückschau dieser Lebensabschnitt nicht unbedingt zu den kreativsten gehört hat. Beispielsweise bei Cash und Dylan. Es gab aber auch ein paar Ausnahmen. Und das sind diese hier (gewichtet nach der Bedeutung im Gesamtwerk des Künstlers, nach meiner unmaßgeblichen Meinung).

5. Keith Richards TALK IS CHEAP (1988)
4. Tom Petty WILD FLOWERS (1994)
3. Van Morrison AVALON SUNSET (1989)
2. Neil Young RAGGED GLORY (1990)
1. Lucinda Williams CAR WHEELS ON A GRAVEL ROAD (1998)

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Joe Henry - Freund von vielen


Offen gestanden bin ich nur des stimmungsvollen Fotos wegen an dem so betitelten Artikel vor ein paar Monaten im Rolling Stone hängengeblieben; altes deutsches Großmembranmikrofon, cooles Sakko, distanziert selbstbewusster Blick in die Kamera. Joe Henry - den Namen hatte ich noch nie bewusst gehört. Was ich dann las, machte mich sehr neugierig auf seine Musik. Hatte er doch zwei Alben produziert, die in den letzten Jahren zu meinen Lieblingsplatten zählten: "The forgotten Arm" von Aimee Mann und "The River in Reverse" von Allen Toussaint und Elvis Costello. Lag schon das Ergebnis auf meiner Wellenlänge, so gefiel mir auch vor allem die beschriebene Herangehensweise: "Zeit ist eine Farbe auf der Palette., und man muss sie nutzen. Lang ist nicht besser. ... Ich musste die Sessions im richtigen Moment abbrechen - er (in dem Falle Solomon Burke) begann sich zu wohl zu fühlen, das hätte dem Album geschadet."

Als ich dann die Musik seines Album "Civilians" hörte - auf seiner Website ist eine tolle Live-im Studio-Version von "Time is a Lion" zu sehen und zu hören - wusste ich, das ist eine Platte für meine Jahres-Top-Ten. Und ich habe mich gefreut, dass mir das noch passiert: eine Platte ordern, von der man nur einen einzigen Song kennt und sich so was von sicher ist, dass auch der Rest stimmt. So war's dann auch.

In gewisser Weise erinnert es mich an mein Album des Jahres von 2006: T-Bone Burnett's "The True False Identity". Nicht nur vom Artwork her. Es ist wohl auch die Unaufgeregtheit, Abgeklärtheit, mit der beide zugange sind. Die Sicherheit, niemandem etwas beweisen zu müssen. Was auch immer: die Lieder gehen mir mitten durchs Herz und wenn's vielleicht auch nicht meine Platte des Jahres werden wird, so doch eine, die ich immer wieder raussuchen werden. Da bin ich mir sicher. Ob diese Musik allerdings massenkompatibel ist, wie die Überschrift glauben machen könnte, möchte ich bezweifeln.

Joe Henry - Civilians (leider nur als CD)

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Powerblogger

Kürzlich wurde ein kleiner Beitrag von mir in einem Weblog, das ich regelmäßig lese, veröffentlicht. Und der zog sage und schreibe 31 Kommentare nach sich. Das meiste war freilich Frotzelei der Gemeindemitglieder untereinander. Aber irgendwie fand ich's doch ganz witzig. Andererseits hätte ich keine Lust, jeden Kommentar, der vielleicht hier geschroben würde, zu erwidern. Muss ich ja auch nicht, gibt kaum welche...